Marignan 2015 - Die Kraichgauer Kampfsudler - Landsknechte und Marketenderinnen, die nicht nur mit Schwert und Hellebarde sondern auch mit dem Kochlöffel kämpfen

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Marignan 2015

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Unter dem Motto "Marignan 2015" wurde in Zentralfrankreich der - für die Franzosen erfolgreichen - Schlacht im norditalienischen Marignano (1515) gedacht. Leonardo da Vici hatte einige Jahre später für den französichen König Franz I. eine festliche Inszenierung der "idealen" Schlacht verfasst. Und diese kam anläßlich des 500. Jubiläums in Romoratin und Amboise zur Aufführung. Der "Bund oberschwäbischer Landsknechte" stellte mit über 100 Mitwirkenden den Großteil der "kämpfenden" Truppen. Daneben waren auch Reenactor aus Frankreich und Italien beteiligt. Und - neben den bei uns unter "Hilfstruppen" geführten Sabine, Volker und Detlev - war mit Jürgen auch ein "Stamm"-Kampfsudler dabei.
Im großen Park de Beauvais in Romoratin (dort sollte Leonardo für den König eine "ideale" Haupstadt errichten, was aber nie zu Stande kam) hatten die teilnehmenden Gruppen ihr Feldlager aufgeschlagen. Neben einem Bereich mit mittelalterlichen Handwerkern fanden sich im Park auch ein kommerzieller Mittelaltermarkt, der Verpflegungsbereich, ein kleines Freilichttheater und die große Arena.
Wir kamen am ganz frühen Donnerstag nach nächtlicher 10-Stunden-Fahrt dort an. Kurz ausgeruht, gefrühstückt, Zelt aufgebaut und dann ging es schon ab zur Schlacht-Probe, die bis in die Abendstunden dauerte. Danach Abendessen und noch etwas mit den Kameraden feiern. Nach fast 40 Stunden ohne richtigen Schlaf dann eine - zum Glück nicht allzu kurze - Nacht. Noch eine Probe und abends die Aufführung in der "Arena" mit Schkoßkulisse. Erst einmal über 1 Stunde warten, bis wir an die Reihe kamen und ca. 45 Minuten "schlachten" durften.
Am Samstag führte uns ein Umzug durch die Stadt und der Abend stand wieder im Zeichen des Schauspiels. Die Nacht zum Sonntag war dann doch recht kurz. Bereits um 6 Uhr blies  Hartwig zum Wecken und um 8 standen die Busse bereit um uns ins rund 80 km entfernte Amboise zu bringen. Dort hieß es erst einmal warten. Zeit genug den Park des Chateau du Clos Lucé und das Leonardo-Museum zu besichtigen. Rechtzeitig zum Probenbeginn setzte dann ein heftiger Regen ein - wir wurden ordentlich nass. Da der für den Nachmittag geplante Umzug durch die Stadt wegen des Wetters abgesagt wurde, hatten wir Zeit, das große Königsschloss von Amboise zu besichtigen. Beim Schauspiel am Abend war es dann zum Glück wieder trocken. Nach dem Abendessen zurück ins Lager und am Montag Mittag wieder von Romoratin nach Amboise, wo der ausgefallene Umzug nachgeholt wurde. Abends wieder Schlacht und zurück zu einer letzten Nacht im Feldlager.
Das Wetter war über das Wochenende nicht zu heiß und oft war es bedeckt, also erträglich. Direkt am Lager gab es einen Fluß, der für Abkühlung und ein Mindestmaß an Hygiene genutzt werden konnte - auch wenn es im Park neben den "normalen" auch Dusch-Dixies und Waschstationen gab. Die Verpflegung war recht gut, obwohl einige das warme Essen vemissten. Lediglich der Bierpreis auf den Festen (5,-€ für 0,5l) schien uns etwas überhöht, zumal es im Supermarkt (100m vom Lager entfernt) nur 0,25l Fläschchen gab.
Trotzdem: Für alle ein einmaliges Erlebnis und die Möglichkeit, Freundschaften zwischen den BOLlern zu festigen und auch mit den Kollegen aus den anderen Ländern neu zu knüpfen.
Am Dienstag zeitiger Abbau und Weiterfahrt nach Guidelon, wo seit 1997 eine mittelalterliche Burg (13. Jh.) entsteht. Der riesige Parkplatz ließ zunächst eine Art Vergnügungspark vemuten, was aber ganz und gar nicht der Fall ist. Unser Führer erläuterte fachkundig die Bauweise und die wissenschaftlichen Vorgaben. Nach allem, was wir schon über das Projekt gehört und gelesen hatten, hatten wir es uns nicht so groß vorgestellt. Alle Baumaterialien werden - soweit möglich - wie vor 700 Jahren vor Ort gewonnen und von Hand bearbeitet und verbaut. In 7-8 Jahren soll die Burg fertig werden. Sehr interessant und eindrucksvoll! Gegen Mitternacht hatte uns dann die Heimat wieder.
Hier gibt es einen Videofilm über das Schauspiel: https://www.youtube.com/watch?v=q3r9XFMnIno
Fotos von Volker und Sabine Hölzl / Jürgen Seefeld
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