Pfalzwanderung 2011 - Die Kraichgauer Kampfsudler - Landsknechte und Marketenderinnen, die nicht nur mit Schwert und Hellebarde sondern auch mit dem Kochlöffel kämpfen

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Pfalzwanderung 2011

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Pfalzwanderung 04 - 07. August 2011
War das wieder ein Wochenende! Wir hatten so ziemlich alles was mit Nässe zusammen hängt: schwitzen von innen, Regen von oben und unten, sowie reichlich Flüssiges für die Leber. Aber alles schön der Reihe nach.
Am Donnerstag ging es über Karlsruhe und Landau in die Pfalz nach Dernbach. Bis Landau war das Wetter super. Aber nur wenige Kilometer danach, als die ersten Hügel des Pfälzer Waldes in Sicht kamen, war es dann vorbei. Kurz vor Dernbach, unserem Ziel, begann es zu regnen. So wie uns der Besitzer vom Gasthof Belzenickel, auf dessen Pferdekoppel auf der wir unsere Lager aufschlagen durften sagte, war kurz vor unserer Ankunft Land unter angesagt. Doch für den Aufbau hatten wir  Glück: Boden zwar nass aber von oben trocken. Als Zelt und Regen/Sonnensegel standen gingen wir  zum gemütlichen Teil über - Grillen. Essen und Trinken.
Freitag morgen gab es dann Frühstück zur Stärkung für unsere anstehende Wanderung. Die Witterung war wie die ganzen Tage unbeständig, unsere historischen Gewänder alles andere als Funktions-Wanderkleidung und man musste jederzeit mit allem rechnen. Verdreckte Wege machten es uns vor allem an den vielen Steigungen nicht gerade einfach zu marschieren. Dazu kam die hohe Luftfeuchtigkeit die uns schon nach wenigen Metern transpirieren ließ. Irgendwann fing es dann auch noch zu regnen an, so dass es nachher egal war woher die  Feuchtigkeit kam. In Eußerthal machten wir bei einer Zisterzienser Kirche eine kurze Rast. Immer lustig zu sehen wie die Leute reagierten als sie uns sahen, einschließlich sämtlichem Getiers das uns entgeistert anschaute. Aber freundlich sind die Pfälzer, das muss man ihnen lassen. Eine lange steile Steigung sorgte dann auch für den notwendigen "Spaßfaktor" bei allen Beteiligten oder besser gesagt beim Reiseleiter Robert, der stets um Motivation bemüht war und vermeiden konnte, dass die angedrohte Inanspruchnahme der Reiserücktrittsversicherung erfolgte.
Einmal auf der Höhe ging es von minimalen Zwischensteigungen abgesehen auf dem Höhenzug entlang zu unserem Zwischenziel - der Ramburg. Wilde Spekulationen ob nun die Burgschänke auf hat oder nicht, sorgten für Spannung und zusätzlicher Brisanz, denn die dem Reiseleiter angedrohten Folterarten waren dann schon welche der von der ganz ausgefallen Sorte. Aber wie geplant - wie überhaupt alles geplant war (haha) - war dann die Burgschänke auf. Diese trug dann auch wesentlich zur Gemütskühlung bei, um einer gewissen schläfrigen Trägheit Platz zu machen. Nach dieser Stärkung war es dann an der Zeit die wenige Meter entfernt gelegene Ramburg zu besichtigen. Hoch oben, wie es die Burgen in der Pfalz nun mal so an sich haben, genossen wir die Aussicht ins Umland. Eine schöne Burgruine, gutes Wetter und alle wieder trocken - was will man mehr.  Und ganz zufällig lag die besagte Burgschänke genau auf unserem Weg  ins Tal. Was uns darin bestärkte sie  nicht links liegen zu lassen, sondern vor dem Abstieg nochmals einzukehren. Petrus, der wohl irgendein Problem mit diesem Teil der Pfalz hat, sorgte dann allerdings für den spontanen Abmarsch. Donnergrollen ließ nichts gutes vermuten und so ging es hinunter durch den Ort Ramberg nach Dernbach. Nur wenige Meter vor unserem Lager wurden wir  vom Gewitter eingeholt: Schleusen auf und Wasser marsch! Nichts wie im Eilschritt zum Belzenickel wo wir gezwungener Maßen die Regenfront aussitzen mussten, da unser Sonnensegel dem Wetter nicht stand gehalten hatte. Völlig platt lag es da, die Heringe ohne Halt im weichen Boden. Inzwischen war auch unsere Verstärkung eingetroffen und mit vereinten Kräften konnten wir das Segel wieder aufrichten und der Abend wurde noch ganz gemütlich.
Samstag morgen nach dem Frühstück und bei guten äußeren Bedienungen startete die zweite Tour. Nach Ramberg, durch den Ort hindurch den Berg rauf. Obwohl es nicht regnete waren wir in kürzester Zeit nass geschwitzt. Erstes Ziel waren die drei Buchen, eine Waldgaststätte bei der Ruine Meistersell, wo es leider nur einige Mauerreste, die zudem noch wegen Bauarbeiten gesperrt waren, zu sehen gab. Aber egal Bier und Schorle waren lecker. Frisch gestärkt und gut gelaunt nahmen wir das nächste Ziel in Angriff: die Ruine Scharfeneck. Ein schöner Waldweg, viele Wanderer die wir bestaunen konnten -  alle so seltsam (zivil) gewandet. Zudem hatten wir ständig unseren Spaß beim Stöckchen werfen und zu holen. Hier hatten sich mit Smilla und Andreas  zwei gefunden die sich (laut eigener Aussage des menschlichen Teil dieses Duos)  auf dem gleichen Level befinden. Bei der Ruine Scharfeneck angekommen, wurde diese auch sogleich im Handstreich Besitz genommen. Herrlich gelegen, weite Rundsicht, viel Landschaft und andere Burgen zu sehen.  Wissbegierige Touristen gab es auch, denen wir unsere Kenntnisse über die Landsknechtzeit näher bringen konnten. Rechtzeitig ging es weiter zur Landauer Hütte. Kaum dort angekommen und mit Getränken versorgt kam die Regenfront. Glück im Unglück - nicht nass geworden aber ans weiter Wandern war nicht zu denken. Also wieder mal aussitzen und auf Wetterbesserung warten. Bei der nächsten Gelegenheit ging es dann runter ins Tal. Schmierige und steil abfallende Wege sorgten wieder für ein „Stimmungshoch“, aber die Dernbacher Hütte, ein weiteres Ziel unserer Wanderung war bald erreicht. Von hier hatten wir einen schönen Blick auf Dernbach. Wolken verhangene Berge haben ihren eigenem Charme! Nach kurzer Wegstrecke bei unserem Lager angekommen - wie könnte es auch anders sein - erreichte uns  auch schon wieder der allabendliche Regen, begleitet von Windböen, die es zeitweise etwas ungemütlich werden ließen. Trotzdem wurde gegrillt und unserer Laune tat es letztendlich wenig Abbruch. Einen Verlust hatten wir allerdings an diesem Abend noch zu vermelden, da Andreas die Runde vorzeitig verlassen musste.
Am Sonntag morgen dann nach dem Frühstück bei Sonnenschein der zügige Abbau  und anschließend nach Hause. Und was bleibt uns als Fazit: Ein echter Landsknecht lässt sich eben von solchen kleinen Widrigkeiten nicht vom vorgegebenen Ziel abhalten. Die Pfalz sieht uns wieder - garantiert.

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